Babyparty: Ursprung, Zeitpunkt und Geschenke, die bleiben
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Was eine Babyparty wirklich ist, und warum sie in Deutschland boomt
Als wir zum ersten Mal zu einer Babyparty eingeladen wurden, hielten wir das für eine Sache aus amerikanischen Filmen. Rosa und blaue Luftballons, eine Torte aus zusammengerollten Windeln, die werdende Mutter in der Mitte des Wohnzimmers beim Auspacken. Ein bisschen ist es das auch. Aber an jenem Nachmittag geschah etwas, womit wir nicht gerechnet hatten: Die Gefeierte wurde still, als sie den Zettel ihrer Schwester las. Da verstanden wir, dass unter der Kulisse etwas Ernstes steckt.
Das Wort erklärt es, wörtlich genommen. «Shower» heißt Dusche und steht hier für einen «Regen aus Geschenken»: eine Flut von Gaben und Aufmerksamkeit, die sich über die werdenden Eltern und das kommende Kind ergießt. Die Zeitschrift Elle beschreibt die Feier als einen Anlass, der auch rührend sein kann, gedacht, um zwei Menschen zu feiern, die bald zu dritt sind. Es geht nicht ums Auspacken. Es heißt, alle gemeinsam: Wir warten auf dich.
In Deutschland kam die Babyparty über Serien und Filme zu uns, und lange galt sie als Großstadtsache. Das ist vorbei. Und es gibt einen demografischen Hintergrund. 2024 kamen laut Statistischem Bundesamt 677.117 Kinder zur Welt, ein neuer Tiefstand. Weniger Geburten bedeuten nicht weniger Feiern, im Gegenteil. Jedes Kind wird von mehr Menschen begrüßt, mit mehr Sorgfalt. Ein Baby ist heute ein kleines Ereignis der ganzen Großfamilie.
Eine Feier, geboren aus Silber: der Ursprung, den kaum jemand kennt
Hier wird die Geschichte kurios, und sie lohnt sich, weil sie ein Klischee widerlegt. Viele halten die Babyparty für eine junge Erfindung, ein Kind von Instagram. So ist es nicht. Die Wurzeln, wie Elle die Genealogie der Feier nachzeichnet, reichen ins 18. Jahrhundert und tragen einen konkreten Namen: Franz Schauer, Silberschmied aus New York deutscher Herkunft. Er soll es gewesen sein, der die Erwartung eines Kindes in einen Anlass verwandelte, seine Arbeiten an wohlhabende Familien zu verkaufen. Ein Gespür wie aus der Werkstatt, würden wir sagen: Er begriff, dass die Leute vor einer Wiege gern das Portemonnaie öffnen, vor allem aber das Herz.
Die Anregung kam allerdings von weiter her: von den Damen des viktorianischen England, die die Geburt eines Kindes bei einer Tasse Tee mit kleinen Geschenken feierten. Seither hat sich die Feier stark verändert. Zu Beginn war sie nur den Frauen vorbehalten und wurde ausschließlich für das erste Kind ausgerichtet. Die Mutter war die einzige Hauptperson; die Männer blieben vor der Tür.
In Italien hat die Feier außerdem eine ganz eigene Note bekommen. Bei uns vermischt sie sich gern mit den Verwandtenbesuchen und der Aussteuer für das Baby und wird oft eher zu einem langen Mittagessen als zu einer streng durchgestylten Motto-Party. Das ist kein Nachteil: Hierzulande zählt die Geste, nicht die Choreografie. Wir haben Babypartys im Garten erlebt, mit vier Stühlen und einem Obstkuchen, und sie waren so rührend wie die mit perfekter Ausstattung.
Heute sind fast alle Regeln gefallen. Bei der Party sind auch Väter, Freunde und Verwandte jeden Alters gern dabei, und es zählt nicht mehr, ob es das erste oder das dritte Kind ist. Es hat sich sogar eingebürgert, mehr als eine Feier für dasselbe Kind auszurichten: eine im engen Kreis der Familie, eine mit den Kolleginnen und Kollegen. Uns scheint das eine gesunde Entwicklung. Eine Geburt ist nicht die Sache einer einzelnen Person, und es ist richtig, dass sich die Freude ausbreitet.
Wann feiert man sie, und wie ohne dass es zur zweiten Arbeit wird
Die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird, seit ein paar Kundinnen gemerkt haben, dass wir gern darüber reden, lautet: Wann feiert man sie? Es gibt ein ziemlich klares Zeitfenster.
Der richtige Monat
Der ideale Zeitpunkt ist traditionell zwischen dem sechsten Monat und dem Ende des achten Schwangerschaftsmonats. Das ist bequem: Zwei Drittel der Wartezeit sind vorbei, der Bauch ist schön rund für die Fotos, aber die Geburt ist noch nicht so nah, dass alles kompliziert wird. Zu früh weckt Aberglauben; zu spät riskiert, dass die Feier mit den Wehen zusammenfällt. Unser ehrlicher Rat: Legt den Termin mit einem Monat Vorlauf fest und sagt rechtzeitig Bescheid, wer etwas von Hand vorbereiten soll.
Deko und Spiele, ohne zu übertreiben
Beim Wie gilt eine goldene Regel: lieber wenig und echt als viel und aufgesetzt. Eine gelungene Babyparty braucht keine Ausstattung wie aus dem Magazin. Es genügen ein paar Zutaten, die wir aufzählen, weil es die einzige Stelle ist, an der eine Liste wirklich hilft:
- ein handgemachtes Herzstück in der Mitte, und sei es nur eine Papiergirlande mit dem Namen des Kindes;
- zwei, drei einfache Spiele, etwa den Geburtstermin raten oder auf einem Kärtchen einen Rat für die frischgebackenen Eltern notieren;
- eine süße Ecke ganz ohne Anspruch: die klassische Windeltorte zieht noch immer;
- ein ruhiger Moment für die Anekdoten, oft der Teil, an den sich alle erinnern.
Gerade die Anekdoten, merkt auch Elle an, sind ein guter Rahmen für eine gelungene Babyparty. Wir bestätigen es als Zuschauer: Wenn eine Großmutter erzählt, wie die Mutter als Kind war, wird das Wohnzimmer still. Kein Luftballon hält da mit.
Einen Sommer lang bat man uns um etwas, das wir noch nie gemacht hatten: ein Tischstück für eine Babyparty. Ein Schriftzug mit dem Namen des Mädchens, mitten zwischen die Gläser gestellt, den die Mutter danach ins Kinderzimmer hängen würde. Wir haben ihn nachts mit dem Laser geschnitten, während der 3D-Drucker daneben surrte, und ihn am Morgen der Feier geliefert. Man schickte uns das Foto zurück: Er war zum Hintergrund aller Aufnahmen geworden. Daraus haben wir eine einfache Sache gelernt, dass eine gut durchdachte Deko zwei Leben hat. Eines während der Feier, eines danach an der Wand. Und das zweite dauert fast immer viel länger.
Das Geschenkeproblem: der Berg, der nach drei Monaten verschwindet
Und nun zu dem Teil, der uns direkt betrifft, denn er ist der Grund, warum viele uns gerade vor einer Babyparty schreiben. Diese Feier hat ein einziges Risiko, und wir haben es mit eigenen Augen gesehen: Der Regen aus Geschenken verwandelt sich in einen Berg von Wegwerfdingen. Strampler in Größe 56, die das Kind zwei Wochen trägt, doppelte Rasseln, Kuscheltiere für den Keller. Alles sehr nützlich, keine Frage. Aber in einem halben Jahr bleibt fast nichts davon.
Deshalb raten wir, wenn man uns nach einer Idee fragt, immer dazu, wenigstens ein Geschenk auf etwas zu setzen, das bleibt. Man muss nicht viel ausgeben, sondern gut wählen. Eine Erinnerungsbox aus Holz mit graviertem Namen zum Beispiel ist das klassische Geschenk, das mit dem Kind mitwächst. Anfangs landen darin das Krankenhausbändchen und das erste Ultraschallbild, später der erste Milchzahn, dann die Kärtchen der Babyparty selbst. Sie wird zum emotionalen Archiv der Familie und steht zwanzig Jahre später immer noch da.
Wer ein Geschenk sucht, das die frischgebackene Mutter in den Mittelpunkt stellt, greift oft zu einer von Hand gestalteten Erinnerungsbox zur Geburt, in sieben Farben und mit Namen. Wer es dekorativer mag, wählt einen dekorativen Buchstaben mit dem Anfangsbuchstaben des Kindes, umgeben von verspielten Details: Er schmückt das Kinderzimmer und überdauert die Feier bei weitem. Es ist das Geschenk, das die Kleinen später mit dem Finger zeigen und sagen: «Das bin ich.»
Wie man ein Geburtsgeschenk wählt, das wirklich zählt, und warum ein gravierter Name schwerer wiegt als ein teures Spielzeug, haben wir in einem eigenen Beitrag ausführlich beschrieben, den wir allen ans Herz legen, die tiefer einsteigen möchten. Hier genügt die Faustregel, die wir bei jeder Babyparty wiederholen: Leg in den Regen aus Geschenken wenigstens eines, das nicht verdunstet. Das Kind wird es eines Tages von den anderen unterscheiden können.
Ein letzter Rat aus der Werkstatt, weil er uns wichtig ist. Wenn ihr auf etwas Personalisiertes setzt, bestellt es rechtzeitig: Bei uns dauert die Fertigung im Schnitt sieben Werktage, und ein falsch geschriebener Name lässt sich nicht wegradieren. Kopiert Name und Datum von der Geburtsurkunde, nicht aus dem Gedächtnis um elf Uhr abends. Ein durchdachtes Geschenk verdient zehn Minuten mehr Aufmerksamkeit.
Häufige Fragen
In welchem Schwangerschaftsmonat feiert man die Babyparty?
In der Regel zwischen dem sechsten und dem Ende des achten Monats. In dieser Zeit ist ein großer Teil der Wartezeit vorbei, die Geburt aber noch nicht unmittelbar bevor, sodass die werdende Mutter die Feier gelassen genießen kann.
Wer richtet die Babyparty aus?
Traditionell nicht die werdende Mutter, sondern eine enge Freundin, eine Schwester oder ein Kreis lieber Menschen. Heute sind die Formen frei: Wichtig ist, sich rechtzeitig abzustimmen, vor allem, wenn jemand Deko oder handgemachte Geschenke vorbereitet.
Was ist der Unterschied zwischen Babyparty und Gender Reveal?
Es sind zwei verschiedene Feiern. Beim Gender Reveal wird das Geschlecht des Kindes verraten, meist früher; die Babyparty feiert die Erwartung im weiteren Sinne und findet später in der Schwangerschaft statt. Nichts spricht dagegen, beides zu feiern.
Welche Geschenke zur Babyparty bleiben über die Zeit?
Neben den klassischen praktischen Dingen, die man oft doppelt bekommt, funktionieren Geschenke zum Aufbewahren: eine Erinnerungsbox, eine Wandgestaltung mit Namen, ein dekorativer Buchstabe. Sie füllen den Platz der Erinnerung, den die anderen Geschenke leer lassen.